Agile Techniken

Wenn man „agil“ hört, fällt einem als Erstes sicher Scrum ein. In der Software-Entwicklung ist es wohl die am meisten eingesetzte Technologie. Sie ist sehr produktiv und unter bestimmten Bedingungen auch die erste Wahl – insbesondere, wenn es auf eine schnelle „time-to-market“ ankommt, wenn man auf unsicheren und schnellen Märkten agiert, oder auch, wenn man relativ problemlos mit kleinen evolutionären Veränderungen an Software schnelles Feedback von Usern erhält. Klassische Anwendungsfälle hierfür sind z.B. Web-Portale, wo man das zuletzt releaste Inkrement über das Conversion-Management einer schnellen Wirksamkeitsprüfung unterziehen kann.

Genau in diesen Bereichen, und dabei in der Rolle des Analysten, der Epics zu passenden User Stories zerlegt, habe auch ich meine ersten Erfahrungen mit Scrum sammeln dürfen. Später habe ich dann die entsprechenden Zertifizierungen zum Professsional Scrum Product Owner und Scrum Master nachgeholt. Ich bin seitdem von Scrum begeistert, insbesondere von der Eigeninitiative und Selbststeuerung des Prozesses, der, vorausgesetzt, Scrum wird richtig und vollständig umgesetzt, eine Überlastung der Entwickler und damit das gefürchtete „Verheizen“ vermeidet.

Nicht immer jedoch ist Scrum die erste Wahl. Sei es weil Entwicklungsprozesse normiert sind, sei es weil vorhandene Strukturen so radikale Veränderungen nicht verkraften, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dafür gibt es u.a. Kanban, eine Technologie, die sich seit 70 Jahren in der Automobilindustrie bewährt und auch in der Softwareentwicklung ihren Nutzen gezeigt hat. Auch Kanban ist „agil“ in dem Sinne, dass Eigenverantwortung der Mitarbeiter eine wesentliche Rolle spielt. Dabei ist es evolutionär, verlangt also keinen radikalen Umstellungsprozess im Unternehmen. Man kann Kanban sogar für sich allein, ganz ohne Team, anwenden. Ich habe Kanban in der jüngeren Vergangenheit in einem IT-Unternehmen im Managed-Services-Bereich benutzt.